Mein Mentor

2003 fragte ich bei Prof. Jo Jerg an, ob er meine neue Wohnform (Assistenz durch Persönliches Budget im Arbeitgebermodell) und die damit verbundene Qualität mit Eigenverantwortung meines selbstbestimmten Lebens von der wissenschaftlichen Seite evaluieren könnte. Vielleicht gäbe es ja die Möglichkeit, eine wissenschaftliche Arbeit darüber anzufertigen.

Herr Jerg wurde mir aus meinem Freundeskreis empfohlen mit dem Ziel, mich durch die wissenschaftliche Betrachtung meiner Wohnform in meinem Gerichtsverfahren bezüglich der Finanzierung meiner Wohnform zu unterstützen.
Herr Jerg stimmte umgehend einer wissenschaftlichen Begleitung zu.

Für das Gericht stand die Klärung der Kostenfrage im Mittelpunkt wodurch es eine wissenschaftliche Begleitung ablehnte.

Diese Begegnung mit Jo Jerg bereicherte mein Leben.
Meine gesammelten Erfahrungen hinsichtlich meiner neu gewonnen Qualität im Arbeitgebermodell und die Schwierigkeit der Finanzierung nahm Herr Jerg als Anlass, mich in einer Ringvorlesung als Referent einzuladen. Im gleichen Jahr stand ich zum ersten Mal als Referent vor ca. 80 geladenen Gästen und ich war sehr nervös. Das hat sich zum Glück inzwischen gelegt…

Durch die Einladung von Herrn Jerg öffnete sich für mich eine neue Tür –  nach diesem Termin erhielt ich viele Anfragen als Referent . Inzwischen ist dies ein wichtiger Teil meines beruflichen Lebens – anderen Menschen über die Situation von Menschen mit Behinderung und den damit verbundenen Anforderungen und Herausforderungen zu berichten und politisch aktiv zu sein, um in unserem Land Dinge zu bewegen und zu verändern. Das macht mir großen Spaß und treibt mich jeden Tag aufs Neue an.

Mentor:
Der Kontakt mit Herrn Professor Jerg hat sich seit damals deutlich intensiviert. Ich kann heute sagen, dass er für mich ein wichtiger Mentor geworden ist. Die Gespräche und Diskussionen mit ihm sind für mich sehr wichtig. Sie erweitern meinen Horizont, geben mir neue Ideen, Kraft und Energie für meine wichtige Arbeit.

Für mich ist Herr Jerg mein Mentor, weil er es stets schafft, meinen Blickwinkel zu verändern und dadurch meine Denkweise als Mensch und Referent ständig fördert (und manchmal auch herausfordert)!

Prof., Jo Jerg ist Professor für Inklusive Soziale Arbeit, Pädagogik der Frühen Kindheit und Praxisforschung an der Ev. Hochschule Ludwigsburg, Enthinderungsbeauftragter der Hochschule.

Seit 30 Jahren Forschungsschwerpunkt: wiss. Begleitung und Beratung von Praxisentwicklungsprojekten im Bereich der Integration/Inklusion in unterschiedlichen Lebensbereichen (Frühkindliche Bildung, Wohnbereich, Freizeit, Arbeit) überwiegend für den Personenkreis mit Behinderungserfahrung (siehe: www.eh-ludwigsburg.de; www.iquanet.de; www.persoenliche-zukunftsgestaltug.de ; www.leben-im-ort.de )